AZ Nürnberg, 14.1.1998:

 

 

Ein Goldmann – Straßenkünstler mit vielen Botschaften: Der Pantomime im AZ-Gespräch:

Wer kennt ihn nicht? Er steht meist samstags vor der Lorenzkirche auf einem Podest, von oben bis unten golden bemalt, stocksteif und stumm. Der “Goldene Mann“ bewegt sich nur zum Geldsammeln. Ein vermeintlicher Traumjob. Still stehen und schweigen. Aber wer es ausprobiert, merkt schnell – es ist gar nicht so einfach. Ein Hausbesuch bei Darsteller Hans Mack zeigt: Hinter „Goldfinger“ steckt mehr als man ahnt.

 

AZ:

Wie kamst Du auf die Idee, Geld mit Rumstehen zu verdienen?

Hans Mack:

Rumstehen ist gut. Da steckt natürlich viel mehr dahinter. Der Goldmann ist ein Klassiker des Straßentheaters. Es gibt auch in Berlin und Barcelona Goldmänner. Eine Figur, die sich nur für Geld bewegt, hat doch viel mit unserer Zeit zu tun. Auch der Begriff „Tanz um das Goldene Kalb“ passt zu dem was ich spiele.

 

AZ:

Soviel dürfen wir in Deine Pantomime interpretieren?

Hans Mack:

Noch viel mehr. Ich sehe unsere Welt real als eine große Bühne, in der wir ehemalige Kinder und eigentliche Schau- Spieler, oftmals leider zunehmend in Rollen erstarren. Von Kindesbeinen an werden wir mit tierischem Ernst in solche Rollen hineinprogrammiert. Wir alle sind doch mehr oder weniger zu Statuen oder Maschinen geworden. Der Schauspieler nennt´s Muskelverspannung, der Ökonom Sachzwang, der Denker Dogmatismus. Auch das ist die Botschaft einer lebendigen Statue!“

 

AZ:

Apropos Schauspieler. Das ist Dein eigentlicher Beruf?

Hans Mack:

Ich bin Künstler, auch Maler. Vor allem aber Pantomime und Schauspieler. Ich habe 9 Jahre in Berlin gelebt, dort neben Pantomime und Tanz auch drei Jahre Schauspielunterricht genommen und danach in einem Kindertheater mitgearbeitet.

 

AZ:

Hast Du vor dem Goldmann schon Straßentheater gemacht?

Hans Mack:

Ja. Seit 1995 spiele ich den Goldmann, davor habe ich als Affe verkleidet Straßenkabarett gemacht, und trat damit auch beim Bardentreffen, im Hirsch und im Komm auf. Ich plane ein Solokabarett für die Bühne. Mein neues Stück bei dem ich unter dem Pseudonym „Neo von Terra“ auftreten werde, heißt „Affenbrot“. Es wird auch eigene Songs geben.  Einige Nummern werden vorher im Straßentheater geprobt, da die spontane Reaktion der Passanten sehr nützlich ist.

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